Sunday, August 17, 2008

Kimberley - Teil 4 die Bungles Bungles

Da meine Jungs keinen Bock auf das zweite Highlight hatten, bin ich, nachdem ich die neuen Reifen drauf hatte, allein in die Bungles Bungles gestartet. In den Park ging es auf einem 50 km langen 4WD Track, welcher mit zwei bis drei Stunden angegeben war. Ich habe die Muehle auf Allrad umgestellt, die Pace erhoeht und bin die ganze Geschichte in eineinhalb Stunden gefahren - eine meiner geilsten Strecken ueberhaupt!


An manchen STellen kann man in die Felswaende rein laufen, genauer gesagt, zwischen den Felswaenden die nur bis zu einem Meter breit sind - da passe ich mit meinem Kessel gerade noch so durch...


Als dann die Sonne unterging, hat sich wieder ein Farbenspiel der Natur gezeigt und die hauptsaechlich aus Sand bestehenden Felsen aufbluehen lassen (erzaehlt ein Blinder ueber den Farbkasten). Hat auch in meiner Farbenpalette ganz gut ausgesehen und ich hatte meinen Platz mal wieder gefunden, allein auf einem Felsen sitzend, die letzten Sonnenstrahlen eingefangen und das komplette Tal ueberschaut. Ein wieder sehr friedlicher und ruhiger Moment in welchem in einer Harmonie und Einklang mit sich und der ganzen Welt ist - ein Gefuehl wie man es kaum beschreiben kann...


Schaut es euch einfach an - wirklich der Hammer... diese Momente zu erleben ist einfach eine der groessten Erfahrungen die ich hier machen darf und davon gab es schon einige...


Am folgenden Tag, nachdem ich einen schoenen Abend mit einer internationalen Clique verbracht habe, ging es dann ans Wandern. Es standen 24 km an. Es hatte ab 10 Uhr ueber 30 *C und ich bin gelaufen und gelaufen und gelaufen...


Und da waren sie nun, die weltbekannten Felsformationen die zum Weltkulturerbe zaehlen und welche durch die unterschiedlichen Sedimentschichten in den unterschiedlichten Farben schimmern...


Einfach der Hammer und zum Verlieben. Nachdem ich die kurzen Strecken in einer Stunde abglaufen bin, habe ich mich auf eine der langen Strecken begeben die mit felsigem Untergrund begann (20 km hin und den selben Weg zurueck). Die Strecke fuehrte durch ein Flussbett was es relativ einfach machte zu navigieren. Ab hier habe ich keinen Menschen mehr gesehen, fuer beinahe sieben Stunden...


Ich war von der Natur jedoch so fasziniert, dass ich diese Strecke auf jeden Fall laufen wollte und es war wirklich geil!!!


Allerdings wurde es auch immer anspruchsvoller und das Wasser hat tiefe Furchen in die Felsen geschnitten aber fuer eine Sportskanone wie mich kein Problem (habe das letzte mal so wirklich vor zwei Monaten meinen Arsch sportlich bewegt)...


Und was Fels war wurde Kiesel, in jeder Groesse und ich habe einfach meine Koerper gegeben was er braucht - nein, kein Bier sondern Wasser (aus was der Mensch hauptsaechlich besteht). Ich hatte, Gott sei Dank, 7,5 Liter Wasser eingepackt was ich bis zu einem Schluck auch komplett gebraucht habe... und es war hart dort zu laufen...


Und was Kiesel war wurde Sand und das Laufen immer haerter... und haerter...


... und es wurde spaeter und spaeter und ich mueder und mueder. Hatte selbstverstaendlich keine Musik dabei da man sonst den Kampf mit dem inneren Schweinehund nicht wirklich ausfechten und sich Gedanken ueber Gott und die Welt machen kann. Ist vielleicht etwas sadomasochistisch aber das gehoert auch dazu...


Und geschwitzt habe ich wie ein Esel und am Ende des Tages war ich brotfertig (Halluzinationen blieben allerdings aus) und froh als ich wieder zurueck war auch vor dem Hintergrund dass dort kein Mensch unterwegs war. Und die Fliegen haben mich geliebt sage ich euch. Ich meine, ich habe auch gestunken wie ein Schwein...


Hammergeil war der Trip auf jeden Fall - einfach nur geil dort wie man sehen kann!!!

Ja und dann habe ich auch noch diesen Zeitgenossen hier getroffen, einen Kookaburra welcher zu den Eisvoegeln zaehlt. Allerdings koennen diese hier im Norden nicht lachen wie sie es im Sueden koennen (warum auch immer...)

1 comment:

binewolle said...

Von den Bildern her war das sicher ein sagenhafter Trip für dich, aber wenn so gar niemand in so einer verlassenen Gegend ist, ist das nicht zu gefährlich?

Es ist schon schön, wenn man mal ein paar Stunden ganz für sich alleine ist, aber zu alleine ist auch nichts.

Und dann wieder mal von den Wanderungen von null auf hundert! Echt Sven! Da gibt es wieder mal kein Mittelmaß.

Aber es freut mich riesig, dass es dich wieder von der Stadt in die freie Natur zieht und du dich dort in der Zwischenzeit wohler fühlst. Ein sehr gutes Zeichen.

Ich wünsche dir bei dem kommenden Trip wieder wunderschöne Erlebnisse und Eindrücke.

Ich freue mich schon auf deinen neuen Blog.

Pass auf dich auf!!!

In Liebe
Deine Mama